Liebe Gemeinde,
man spricht darüber, weil man es nicht mehr übersehen kann. Nicht nur in katholischen Kreisen, auch darüber hinaus. Unter jungen Menschen scheint es einen Trend hin zur katholischen Kirche zu geben. Zumindest in anderen Ländern. Bezeichneten sich etwa im Jahr 2020 noch 31% der 18-25jährigen in Spanien als katholisch, so waren es nur fünf Jahre später 45%. Und die Zahlen derer, die als Jugendliche und junge Erwachsene um die Taufe bitten, steigt: nicht nur in Spanien und Frankreich, sondern in zahlreichen europäischen Ländern. Bei unseren direkten Nachbarn ist es allerdings besonders augenfällig. So sagte mir ein Mitbruder, der gute Kontakte nach Frankreich hat: Er habe dort von einem Pfarrer – weit abseits von Paris in einer mittelgroßen Gemeinde – erzählt bekommen, dass er dieses Jahr in der Osternacht 48 (!) Taufen von Erwachsenen hatte. So sei es für ihn gar nicht mehr verwunderlich, wenn es an der Tür klingelte und ein ihm bis dahin völlig unbekannter junger Mann einfach darum bitten würde, getauft zu werden. Vergleichbares geschehe immer wieder.
Welche Gründe hinter dieser Entwicklung liegen, kann man leicht erahnen. Mittlerweile gibt es dazu Untersuchungen. Für Viele spielt die Frage nach Sinn und (geistlicher) Begleitung in einer komplexer werdenden Welt eine wichtige Rolle. Aufgrund des Erstarkens anderer Kulturen, allen voran des Islams, fragen sich junge Menschen, was ihre eigene Kultur ausmacht und zu bieten hat und sie entdecken dabei neu die Faszination des Christentums. Auch das Erleben von Gemeinschaft angesichts zunehmender Vereinzelung wird als Grund für das neue Interesse am Glauben genannt. Oft wird ein erster Kontakt über die sozialen Medien geknüpft. Dann folgen die Schritte im konkreten Leben.
Nahe liegt daher der Gedanke, den Blick auf unser eigenes Land zu richten. Denn all diese Gründe existieren bei uns ja genauso. Und auch von den Krisen, die die Kirche hierzulande nicht zuletzt durch den sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen zu bewältigen hat, sind unsere europäischen Nachbarländer keineswegs verschont. Gewiss, manches ist bei uns anders: es sind noch mehr Kinder getauft; die Bischöfe setzen andere Akzente; aufgrund der Kirchensteuer hat unsere Kirche andere Schwerpunkte; Kirche und Staat sind stärker miteinander verknüpft usw. Aber die entscheidenden Beweggründe für die Hinwendung zur katholischen Kirche in unseren Nachbarländern existieren bei uns in gleicher Weise.
Und tatsächlich: vor allem in den Städten zeichnet sich ein solcher Trend mittlerweile auch bei uns ab. Zu Pfingsten gab es etwa erstmals ein großes Jugendevent in Freiburg, das Pfr. Spitschu begleitet und initiiert hat und zu dem auf Anhieb etwa 380 (!) junge Menschen kamen. Andere berichten von neu entstehenden Gebetskreisen und einer wachsenden Zahl an Taufbewerbern.
„Ist die Kirche in Deutschland darauf vorbereitet, dass mehr junge Menschen nach dem katholischen Glauben fragen?“ Diese Frage, die mir neulich ebenfalls gestellt wurde, liegt daher auf der Hand. Die Antwort auch: „Nein, das ist sie nicht.“ Genauso, wie sie das in Frankreich auch nicht war. Dort wird das nun nachgeholt. Langsam gehen auch wir dazu Schritte wie die gerade Beschriebenen.
Zudem kann jeder für sich selbst schon einmal mögliche Antworten bedenken und geben. Sie sollten bei den Anliegen der jungen Menschen ansetzen und sie mit unserem Glauben verbinden: Gemeinschaft stiften, das Sinn-Gebende unseres Glaubens aufzeigen, in die christliche Kultur einführen. Da haben wir in der Tat viel zu bieten. Damit dürfen wir wuchern! Ich bin gespannt, was sich daraus ergibt. Jedenfalls funktioniert schonmal die Klingel am Pfarrhaus.
man spricht darüber, weil man es nicht mehr übersehen kann. Nicht nur in katholischen Kreisen, auch darüber hinaus. Unter jungen Menschen scheint es einen Trend hin zur katholischen Kirche zu geben. Zumindest in anderen Ländern. Bezeichneten sich etwa im Jahr 2020 noch 31% der 18-25jährigen in Spanien als katholisch, so waren es nur fünf Jahre später 45%. Und die Zahlen derer, die als Jugendliche und junge Erwachsene um die Taufe bitten, steigt: nicht nur in Spanien und Frankreich, sondern in zahlreichen europäischen Ländern. Bei unseren direkten Nachbarn ist es allerdings besonders augenfällig. So sagte mir ein Mitbruder, der gute Kontakte nach Frankreich hat: Er habe dort von einem Pfarrer – weit abseits von Paris in einer mittelgroßen Gemeinde – erzählt bekommen, dass er dieses Jahr in der Osternacht 48 (!) Taufen von Erwachsenen hatte. So sei es für ihn gar nicht mehr verwunderlich, wenn es an der Tür klingelte und ein ihm bis dahin völlig unbekannter junger Mann einfach darum bitten würde, getauft zu werden. Vergleichbares geschehe immer wieder.
Welche Gründe hinter dieser Entwicklung liegen, kann man leicht erahnen. Mittlerweile gibt es dazu Untersuchungen. Für Viele spielt die Frage nach Sinn und (geistlicher) Begleitung in einer komplexer werdenden Welt eine wichtige Rolle. Aufgrund des Erstarkens anderer Kulturen, allen voran des Islams, fragen sich junge Menschen, was ihre eigene Kultur ausmacht und zu bieten hat und sie entdecken dabei neu die Faszination des Christentums. Auch das Erleben von Gemeinschaft angesichts zunehmender Vereinzelung wird als Grund für das neue Interesse am Glauben genannt. Oft wird ein erster Kontakt über die sozialen Medien geknüpft. Dann folgen die Schritte im konkreten Leben.
Nahe liegt daher der Gedanke, den Blick auf unser eigenes Land zu richten. Denn all diese Gründe existieren bei uns ja genauso. Und auch von den Krisen, die die Kirche hierzulande nicht zuletzt durch den sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen zu bewältigen hat, sind unsere europäischen Nachbarländer keineswegs verschont. Gewiss, manches ist bei uns anders: es sind noch mehr Kinder getauft; die Bischöfe setzen andere Akzente; aufgrund der Kirchensteuer hat unsere Kirche andere Schwerpunkte; Kirche und Staat sind stärker miteinander verknüpft usw. Aber die entscheidenden Beweggründe für die Hinwendung zur katholischen Kirche in unseren Nachbarländern existieren bei uns in gleicher Weise.
Und tatsächlich: vor allem in den Städten zeichnet sich ein solcher Trend mittlerweile auch bei uns ab. Zu Pfingsten gab es etwa erstmals ein großes Jugendevent in Freiburg, das Pfr. Spitschu begleitet und initiiert hat und zu dem auf Anhieb etwa 380 (!) junge Menschen kamen. Andere berichten von neu entstehenden Gebetskreisen und einer wachsenden Zahl an Taufbewerbern.
„Ist die Kirche in Deutschland darauf vorbereitet, dass mehr junge Menschen nach dem katholischen Glauben fragen?“ Diese Frage, die mir neulich ebenfalls gestellt wurde, liegt daher auf der Hand. Die Antwort auch: „Nein, das ist sie nicht.“ Genauso, wie sie das in Frankreich auch nicht war. Dort wird das nun nachgeholt. Langsam gehen auch wir dazu Schritte wie die gerade Beschriebenen.
Zudem kann jeder für sich selbst schon einmal mögliche Antworten bedenken und geben. Sie sollten bei den Anliegen der jungen Menschen ansetzen und sie mit unserem Glauben verbinden: Gemeinschaft stiften, das Sinn-Gebende unseres Glaubens aufzeigen, in die christliche Kultur einführen. Da haben wir in der Tat viel zu bieten. Damit dürfen wir wuchern! Ich bin gespannt, was sich daraus ergibt. Jedenfalls funktioniert schonmal die Klingel am Pfarrhaus.

Ihr Pfarrer Michael Maas
