Das Geläut des Breisacher Münsters St. Stephan

 

Das Geläut des Breisacher Münsters St. Stephan

Das Geläut des Münsters St. Stephan in Breisach gehört zu den bedeutendsten Glockenanlagen am Oberrhein. Die Glocken prägen seit Jahrhunderten den Klang der Stadt: Sie rufen zum Gottesdienst, begleiten das Kirchenjahr und geben dem Leben der Gemeinde einen hörbaren Rhythmus.
 
 
Heute verfügt das Münster über ein zehnstimmiges Geläut, das sich auf beide Türme verteilt. Fünf historische Glocken hängen im Nordturm, während im Südturm fünf neuere Glocken untergebracht sind, die in den vergangenen Jahren von der Glockengießerei Bachert gegossen wurden.
Diese Kombination aus historischen und modernen Glocken macht das Breisacher Geläut zu einem besonders ausgewogenen Ensemble: Die neuen Glocken ergänzen das wertvolle historische Geläut klanglich, ohne dessen Charakter zu überdecken.
 
Das Geläut finden sie auch hier:
 
 
 

Zwei Türme – ein gemeinsames Geläut

Die beiden Türme des Münsters bilden nicht nur das weithin sichtbare Wahrzeichen Breisachs, sondern auch die räumliche Grundlage des Geläuts.
  • Nordturm
    Hier befinden sich die historischen Glocken des Münsters. Sie bilden den klanglichen Kern des Geläuts und reichen in ihrer Geschichte teilweise mehrere Jahrhunderte zurück.
  • Südturm
    In diesem Turm hängen die neuen Glocken der Glockengießerei Bachert. Sie wurden bewusst als Ergänzung konzipiert und erweitern die musikalischen Möglichkeiten des Geläuts erheblich.
Gemeinsam bilden beide Türme ein zehnstimmiges Gesamtgeläut, das in verschiedenen Kombinationen erklingen kann – vom einfachen Angelusläuten bis zum festlichen Vollgeläut an hohen Feiertagen.
 
 
 

Glockenstühle – die tragende Konstruktion

Im Inneren der Türme befinden sich die Glockenstühle, also die tragenden Konstruktionen, in denen die Glocken aufgehängt sind. Sie gehören zu den technisch anspruchsvollsten Bauteilen eines Glockenturms.
Ein Glockenstuhl erfüllt mehrere Aufgaben:
  • sichere Aufnahme der schweren Glocken
  • kontrollierte Ableitung der beim Läuten entstehenden Kräfte
  • Schutz des historischen Mauerwerks
  • Gewährleistung optimaler Schwingungs- und Klangverhältnisse
Im Breisacher Münster besitzt der Nordturm einen historischen Glockenstuhl, dessen Ursprünge bis in das späte Mittelalter zurückreichen. Bei der jüngsten Sanierung wurde diese einzigartige Konstruktion behutsam restauriert und statisch optimiert. Damit konnte ein seltenes Beispiel historischer Zimmermannskunst erhalten werden.

Neue Glocken – neue Klangfarben

Die im Südturm installierten Glocken wurden von der traditionsreichen süddeutschen Glockengießerei Bachert gefertigt. Sie erweitern das Geläut nicht nur klanglich, sondern tragen auch eine eigene künstlerische und inhaltliche Aussage.
So greift etwa die Gestaltung der großen Christusglocke mit einer wellenförmigen Ornamentik symbolisch Ereignisse der Gegenwart auf und verbindet sie mit der jahrhundertealten Tradition des Münsters.
Die neuen Glocken ermöglichen zusammen mit den historischen Glocken eine differenzierte Läuteordnung:
  • Angelus- und Werktagsläuten
  • Gottesdienstgeläute
  • Festgeläute an Hochfesten
  • Vollgeläut des gesamten Münsters
Dadurch entsteht ein besonders reiches klangliches Spektrum, das die liturgischen Feiern des Münsters auf vielfältige Weise begleitet.

Klang über Stadt und Rhein

Wenn das Geläut des Münsters erklingt, trägt der Klang der Glocken weit über die Dächer Breisachs hinaus – über den Rhein, den Kaiserstuhl und das Elsass.
So verbindet das Geläut seit Jahrhunderten Glaube, Geschichte und Gemeinschaft. Die Pflege der Glocken, der Glockenstühle und der gesamten Läuteanlage ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Bauunterhaltung des Münsters – damit dieser charakteristische Klang auch zukünftige Generationen begleiten kann.